In diesem Videobeitrag stelle ich euch vor, wie ihr mit zwei unterschiedlich ausgeleuchteten Fotos eine saubere Freistellung erreichen könnt.

Ich nutze diese Technik für statische – nicht transparente – Objekte, um ein Packshot herzustellen.

Bei einfachen Produkten, wie zum Beispiel bei einer Box würde ich diese Technik nicht anwenden. Die Zeitersparnis wäre zu gering. Mit dem Pfadwerkzeug im Photoshop ist dies schneller zu erledigen. Die Technik macht Sinn, wenn Objekte vielschichtige Formen haben, wie beispielsweise ein Totenkopf, welcher ich hier auch in meinem Videobeitrag verwende.

Es gibt immer verschiedene Möglichkeiten wie eine Aufgabe gelöst werden kann. Das Wissen über verschieden Techniken erleichtert die Arbeit

Minimum zwei Studioblitze

So, wie wird jetzt diese Technik durchgeführt?
Der erste Schritt ist sicherlich die Überlegung, ob sich das zu fotografierende Produkt für diese Technik eignet. Wenn ja, dann muss für das weitere Vorgehen das Licht-Setup aufgebaut werden.

Du brauchst dazu mindestens zwei Blitze. Dies können Studioblitze aber auch Systemblitze sein. Mit einem Blitz wird der weisse Hintergrund ausgeleuchtet, so dass dieser homogen und strahlend weiss auf dem Foto erscheint. Mit dem zweiten Blitz wird das Produkt ausgeleuchtet. Es können auch mehrere Blitze für das Produkt verwendet werden, wie auch diverse Lichtformen. Die Wahl der Anzahl Blitze und der Lichtformer hängt von der gewünschten Ausleuchtung des Produktes ab. Im Videobeitrag wollte ich eine sehr weiche Ausleuchtung erhalten. Ich arbeitete daher mit einem Blitz und einer Softbox sowie einem zusätzlichem Diffusor. Mit einer Styroporplatte erhellte ich zudem die vom Blitz abgewandte Seite des Totenkopfes.

Zwei Fotos für ein Foto

Das Setup ist aufgebaut. Nun das Foto. Wir machen zwei Fotos. Das erste Foto wird nur mit dem Hintergrundblitz fotografiert. Das hat zur Folge, das der Hintergrund schön weiss, aber das Produkt dunkel bis schwarz ist. Dies, da der oder die Blitze nicht das Produkt ausleuchten. Das zweite Foto wird mit allen Blitzen gemacht. So wird das Produkt wunderschön ausgeleuchtet und der Hintergrund strahlt uns weiss entgegen. Mit diesen zwei Fotos arbeiten wir nun im Photoshop weiter.

Im Photoshop die Maske Erstellen

Wir öffnen beide Fotos in einer Datei als je eine Ebene.
Das erste Foto (Produkt dunkel) wird im Photoshop so bearbeitet (CamraRaw Filter, Helligkeit und Kontrast), dass wir einen Scherenschnitt erhalten. Ziel ist es, dass der Hintergrund ganz weiss und das Objekt möglichst schwarz wird. Dieses Eben kann mit diversen Möglichkeiten in eine Maske für das zweite Foto genutzt werden. Ich habe dies über die Auswahlmöglichkeit bei den Kanälen gemacht. Es könnte aber auch über die Farbauswahl gehen. Damit erhalten wir eine Grundmaske, die dann mit dem Pinsel und mit dem Dialog „Auswählen und Maskieren“ verbessert werden kann.

Und schon haben wir eine saubere Freistellung unseres Produktes. Mit diesem Ergebnis kann weiter gearbeitet werden, so dass das gewünschte Foto entsteht.

Keine kosten für spezielle Photoshop plug-in oder für Studioblitze und Funkauslöser

Dies ist eine einfach Technik, um im Photoshop eine Auswahl von komplizierten statischen Objekten zu erlangen. Zur Umsetzung braucht es die Grundkenntnisse von Photoshop und Lightroom. Es sind keine teuren Plug-Ins oder zusätzliche Programm nötig. Wer oft Packshots erstellt oder auch Serien von Produkten photographiert, erhält dadurch eine grosse Zeitersparnis.

Nächstes Fotografie Tutorial

Es wird ein zweites Video zum Produkt „Anapurna Likör“ geben, indem ich euch zeigen werde, wie wir das Produkt mit Nebenobjekten inszenieren können. Ebenfalls ist ein Videobeitrag zum Thema Bewerbungsphotos geplant. Ich werde dort auf die nötigen Vorbereitungen (Kleiderwahl, Haare, Hautpflege, etc.) für den Fototermin eingehen.

Jetzt Ihr

Ich bin gespannt auf eure Rückmeldungen. Ich freue mich, wenn ihr mir auf Youtube oder via Newsletter folgt. Ich wünsch euch viel Spass beim Ausprobieren und super tolle Fotos.

Gruss Severin

 

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